KLE Energie GmbH

Autor
Christian Koch

Aktualisiert am
1. Juli 2026

Energiespeicher, Photovoltaik

Photovoltaik erklärt – Die Grundlagen als FAQ

Immer mehr Hausbesitzer:innen und Unternehmen setzen auf Photovoltaik – doch vor der Entscheidung tauchen viele Fragen auf: Lohnt sich das wirklich? Welche Anlagengröße ist sinnvoll? Und brauche ich überhaupt einen Stromspeicher? In diesem Beitrag greifen wir Fragen rund um Photovoltaik aus unserem Interview mit Deutschlandfunk auf, beantworten diese verständlich und praxisnah und bieten so einen sachlichen Einstieg in die Photovoltaik.

 

Welche Vorteile bietet eine Photovoltaikanlage?

Mit einer Photovoltaikanlage erzeugen Sie Strom vom eigenen Dach, um diesen selbst zu nutzen und/oder ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Der Mehrwert der PV-Anlage liegt somit in den folgenden Punkten:

  • Sie reduzieren dauerhaft Ihre Stromkosten
  • Sie machen sich unabhängiger von steigenden Energiepreisen
  • Sie steigern den Wert Ihrer Immobilie
  • Sie leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz

Gerade in Zeiten steigender Strompreise wird die eigene Stromproduktion zu einem echten Wettbewerbsvorteil – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.

Ist eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich?

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage basiert im Wesentlichen auf zwei zentralen Faktoren:

Zum einen sparen Sie aktiv Stromkosten ein.
Indem Sie Ihren Strom selbst produzieren, müssen Sie deutlich weniger Energie aus dem öffentlichen Netz beziehen. Und genau das macht den Unterschied: Netzstrom kostet aktuell durchschnittlich rund 37 ct/kWh, während selbst erzeugter Solarstrom über 20 Jahre hinweg nur etwa 12 ct/kWh kostet. Das bedeutet eine Einsparung von etwas 25 ct/kWh.
Jede Kilowattstunde, die Sie direkt selbst nutzen, ist also deutlich günstiger – und reduziert Ihre laufenden Energiekosten spürbar.

Zum anderen erzielen Sie Einnahmen durch eingespeisten Strom.
Nicht verbrauchter Solarstrom wird automatisch ins Netz eingespeist und vergütet. Aktuell liegt diese Einspeisevergütung bei etwa 7,9 ct/kWh.
Zwar ist geplant, die klassische Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2027 abzuschaffen, jedoch erhalten Sie auch dann noch etwas für Ihren erzeugten Strom. Überschüssiger Strom kann zukünftig verstärkt über die sogenannte Direktvermarktung verkauft werden.

Die Kombination aus Einsparung und Einnahmen macht Photovoltaik so wirtschaftlich.
In der Praxis bedeutet das: Ihre Investition amortisiert sich in der Regel innerhalb von 8 bis 15 Jahren. Danach produziert Ihre Anlage über viele weitere Jahre hinweg nahezu kostenlosen Strom – und sorgt dauerhaft für finanzielle Entlastung.

Wie groß sollte eine Photovoltaikanlage sein?

Die optimale Größe einer Photovoltaikanlage hängt von mehreren individuellen Faktoren ab – eine pauschale Antwort gibt es daher nicht. Stattdessen wird jede Anlage auf den konkreten Bedarf und die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt.

Welche Faktoren bestimmen die Anlagengröße?

  • Eigenverbrauch und Lastprofil:
    Entscheidend ist, wann und wie viel Strom Sie verbrauchen. Haushalte mit hohem Tagesverbrauch können mehr Solarstrom direkt nutzen als Haushalte mit hohem Abendverbrauch.
  • Dachfläche und Ausrichtung:
    Die verfügbare Fläche, sowie die Ausrichtung und Neigung des Daches begrenzen die maximale Anlagengröße. Südausrichtung liefert den höchsten Ertrag, aber auch Ost-/Westdächer sind heute sehr effizient nutzbar.
  • Zukünftige Entwicklungen:
    Planen Sie ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder steigenden Stromverbrauch, sollte die Anlage entsprechend größer ausgelegt werden.
  • Möglichkeiten der Einspeisung oder Direktvermarktung:
    Nicht genutzter Strom kann ins Netz eingespeist oder perspektivisch direkt vermarktet werden. Dadurch kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Anlage größer zu dimensionieren als der reine Eigenverbrauch es erfordert.

Warum eine Ertragsanalyse so wichtig ist

Um die optimale Anlagengröße zu bestimmen, wird in der Regel eine individuelle Ertragsanalyse durchgeführt.

Dabei werden unter anderem folgende Punkte berücksichtigt:

  • Standort und Sonneneinstrahlung
  • Dachausrichtung und Verschattung
  • Stromverbrauch und Lastverlauf

Das Ergebnis ist eine Anlage, die technisch und wirtschaftlich optimal auf Ihre Situation abgestimmt ist – und weder zu klein noch unnötig überdimensioniert. In vielen Fällen lohnt es sich, die Dachfläche möglichst gut auszunutzen. Zusätzlicher Strom kann entweder gespeichert, oder ins Netz eingespeist werden.

Wie wichtig ist der Eigenverbrauch des produzierten Stroms?

Der Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des Solarstroms, den Sie direkt in Ihrem Haushalt nutzen – und genau dieser Anteil ist ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage.

Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Preisen:

  • Netzstrom kostet im durchschnitt aktuell rund 37 ct/kWh
  • Die Einspeisevergütung liegt hingegen aktuell bei unter 8 ct/kWh

Das bedeutet:
Wenn Sie Ihren Strom einspeisen, erhalten Sie nur eine vergleichsweise geringe Vergütung. Gleichzeitig sparen Sie beim Eigenverbrauch etwa 25 ct/kWh, da Sie keinen teuren Strom aus dem Netz beziehen müssen.

Hinzu kommt die Entwicklung, dass die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 voraussichtlich wegfallen soll. Dadurch verliert das Einspeisen weiter an Bedeutung – während der Eigenverbrauch noch stärker in den Fokus rückt.

Wann lohnt sich ein Stromspeicher – und welchen Nutzen bringt er?

Ein Stromspeicher sorgt dafür, dass Sie Ihren selbst erzeugten Solarstrom nicht nur tagsüber, sondern auch Abends oder in der Nacht noch nutzen können.

Gerade im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit spielt er eine wichtige Rolle: Um den eigenen Solarstrom möglichst vollständig auszunutzen, sind Speicher besonders sinnvoll. Sie machen den günstigen Strom vom Dach über einen längeren Zeitraum verfügbar – und helfen so, noch mehr teuren Netzstrom zu vermeiden.

Welche Vorteile bietet ein Stromspeicher konkret?

  • Mehr Eigenverbrauch:
    Ohne Speicher werden oft nur etwa 25–35 % des erzeugten Stroms direkt genutzt. Mit einem Batteriespeicher lässt sich dieser Anteil deutlich erhöhen.
  • Höhere Autarkie:
    Mit Speicher sind Autarkiegrade von bis zu 80 % möglich, während ohne Speicher meist nur etwa 30–35 % erreicht werden.
  • Geringere Stromkosten:
    Je mehr eigener Strom genutzt wird, desto weniger teurer Strom muss aus dem Netz bezogen werden.
  • Mehr Unabhängigkeit:
    Sie sind weniger von steigenden Energiepreisen betroffen.

Wie groß sollte ein Stromspeicher sein?

Die richtige Dimensionierung des Stromspeichers ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit Ihrer gesamten Anlage. Ziel ist es, den Speicher so auszulegen, dass er optimal zu Ihrem Verbrauchsverhalten und zur Größe der PV-Anlage passt.

Ein wichtiger Orientierungswert dabei ist der tatsächliche Stromverbrauch – insbesondere in den Abend- und Nachtstunden.

Orientierung an Ihrem Verbrauch

In vielen Fällen wird der Speicher so dimensioniert, dass er den nächtlichen Strombedarf abdecken kann. Dadurch können Sie auch nach Sonnenuntergang Ihren eigenen Solarstrom nutzen und vermeiden möglichst viel teuren Netzstrom.

Das Ziel ist also so viel eigenen Strom wie möglich selbst nutzen – auch dann, wenn die PV-Anlage keinen Strom mehr produziert.

Blick in die Zukunft: Ausrichtung auf Direktvermarktung & dynamische Strompreise

Neben der klassischen Auslegung über den Eigenverbrauch wird in Zukunft noch eine weitere Strategie hinzukommen:
Der Speicher kann gezielt auf die Direktvermarktung von Strom und dynamische Strompreise ausgelegt werden.

Dabei wird der Speicher so dimensioniert und eingesetzt, dass Strom gezielt zwischengespeichert und zu bestimmten Zeitpunkten gewinnbringend verkauft werden kann.

Wie viel kostet eine Photovoltaikanlage?

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage hängen stark von den individuellen Gegebenheiten und Anforderungen ab. Eine pauschale Preisangabe ist daher nur bedingt aussagekräftig – dennoch lassen sich realistische Richtwerte nennen.

In der Praxis liegen die Gesamtkosten für eine Photovoltaikanlage inklusive Installation in der Regel zwischen etwa 12.000 € und 30.000 €.

Wie hoch die Investition im Einzelfall ausfällt, wird vor allem von folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Größe und Leistung der Anlage:
    Je größer die Anlage und je mehr Leistung sie liefert, desto höher sind zunächst die Gesamtkosten. Gleichzeitig sinkt bei größeren Anlagen häufig der Preis pro installiertem Kilowattpeak.
  • Einsatz eines Energiespeichers:
    Ein Stromspeicher erhöht die Investitionskosten deutlich, kann aber den Eigenverbrauch steigern und somit langfristig zusätzliche Einsparungen ermöglichen.
  • Individuelle bauliche Gegebenheiten:
    Dachform, Ausrichtung, Verschattung sowie der Zustand der bestehenden Elektroinstallation spielen ebenfalls eine Rolle bei der Preisgestaltung.

Wichtig ist dabei immer der Blick aufs Gesamtbild:
Die Kosten sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit den langfristigen Einsparungen. Eine gut geplante Anlage kann sich bereits nach wenigen Jahren amortisieren und liefert danach über Jahrzehnte hinweg günstigen Strom.

Fazit

  • die richtige Anlagengröße
  • ein hoher Eigenverbrauch
  • ein sinnvoll dimensionierter Stromspeicher

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